DIY-Hobbyhorse-Stall für das Hochbett

von | 07.07.2025 | Holzarbeit

So baust du euren Pferden ein himmlisches Zuhause

Bei uns sind die Hobbyhorses längst nicht mehr nur ein Spielzeug. Sie haben Namen, Persönlichkeiten und sind in Turnier-, Dressur- und Freizeitpferde unterteilt. Häufig wurde der Wunsch geäußert, dass sie natürlich auch einen gemütlichen Stall benötigen, in dem sie fressen und schlafen können. Wie es sich halt für ein richtiges Pferd gehört.

DIY-Hobbyhorse-Stall für das Hochbett

Okay, die Entscheidung ist gefallen, wir benötigen einen Stall! Aber ganz uneigennützig war die Entscheidung nicht. Die Sammlung aus Pferden und einigem Zubehör ist schnell gewachsen und immer größer geworden. Es zeigt sich regelmäßig am Boden und auf sämtlichen Sitzgelegenheiten im Kinderzimmer. Also los, ab ins Internet und die perfekte Lösung finden, um der organisierten Unordnung entgegenzuwirken.

Im Internet gibt es auch einige wunderbare DIY-Lösungen aus bspw. alten Paletten, Kisten, Leisten und einigem buntem Schnickschnack. Diese sehen wunderbar aus und lassen die Kinderaugen strahlen. Allerdings brauchten wir eine schlanke Lösung, da der Platz im Kinderzimmer nicht die Luxus-Variante zulässt.

Nach reiflicher Überlegung ist unsere Wahl auf das Hochbett gefallen und das Konzept war geboren. Simpel umzusetzen, gut erreichbar, nimmt wenig Platz weg – Perfekt!

Der erste Stall ist inzwischen seit Sommer 2024 im Einsatz. Wir benötigten nun im Jahr 2025 aber einen zweiten Stall, sodass ich die Schritte mit dokumentieren und diesen Beitrag verfassen konnte. Meine Erfahrungen aus beiden Versionen werde ich hier mit euch teilen. Die weiße Variante ist aus 2024 und die naturbelassene aus 2025.

Schnapp dir deine kleinen Helfer und viel Spaß und Erfolg beim Nachbauen!

Infobox:

Du bist bereits Experte und willst nur eine Schnellanleitung ohne viel Schnickschnack, dann ab mit dir auf die Überholspur!

Unten auf der Seite gibt’s die Express-Anleitung.

Was du griffbereit haben solltest!

Basteltools:

  • Zollstock
  • (Leistungsstarker) Akkuschrauber
  • Klemmen / Zwingen
  • Schleifmaschine
  • Schleifpapier (fein)
  • Lochsäge Aufsatz
  • Bleistift
  • Schutzkleidung: Handschuhe, Ohrenschützer, Schutzbrille, Maske
  • Spaß, Mut und Entschlossenheit, etwas Eigenes zu erschaffen!

Optional:

  • Holzblock / Brett als Schutz fürs Ausfransen
  • Sauger / Handfeger

Bastelzutaten:

  • Stabiles Brett ca. 100 x 20 cm
  • Winkelhaken 4 Stück
  • Häkchen ca. 15 Stück (2,6 x 30 mm)
  • Schrauben mind. 4 Stück (3,5 x 30 mm)

Optional:

  • selbstklebende Filzgleiter
  • Farbe und Pinsel zum Streichen oder Verzieren

    Infobox:

    Der Arbeitsaufwand liegt ungefähr bei 2 – 2,5 Stunden (ohne die Vorbereitung und die optionalen Schritte)

    Dein Bastelrezept - Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Vorbereitung

    1. Das richtige Brett

    Schneidet euch ein Brett zurecht oder besorgt euch eines aus dem Baumarkt eures Vertrauens. Die Maße sollten ca. 80 cm x 20 cm sein. Ich habe für unser heutiges Beispiel auch ein etwas breiteres Reststück von einem anderen Projekt genutzt. Daher ist das Brett auch 1,9 cm dick und besteht aus Buche.

    In meinem ersten Stall-Projekt habe ich ein lackiertes Pressholz mit der Dicke 1,6 cm genutzt. Hier habe ich aber auch einen Rahmen auf das Brett gebaut und somit die Stabilität erhöht.

    Das Pressholz hält zuverlässig, aber mit der Stärke der Platte hatte ich deutlich mehr Probleme bei den Verschraubungen.

    2. Der richtige Winkelhaken

    Messe die Dicke vom Bett aus, an das der Stall später angehangen werden soll. Dein Winkelhaken sollte mindestens diese Dicke unterstützen. Achte darauf!

    Passt dieser nicht optimal, kannst du wie ich und zum Schutz vom Bett Filzgleiter zurechtschneiden und an der Innenseite des Winkelhakens befestigen.

    3. Die Häkchen für die Sattelkammer

    Die Häkchen sollten über eine Öffnung verfügen (es gibt diese auch geschlossen). Das weiße Set, das ich gefunden habe, hat direkt 15 Stück beinhaltet. Bei anderen Farben hätte ich mehrere Sets kaufen müssen. Seid daher flexibel, wenn ihr im Baumarkt vor dem Regal steht.

    Achtung:

    Sicherheit geht vor! Sei deinen Kindern ein gutes Vorbild und gehe nicht das Risiko ein, dass du etwas ins Auge bekommst, deine Finger bluten oder du Atemwegsbeschwerden bekommst. Der feine Staub beim Abschleifen, der Lärm sowie das scharfe Werkzeug sind nicht ungefährlich!

    Vergiss daher nicht Handschuhe, Gehörschutz, Atemmaske (bspw. FFP2) und eine Schutzbrille aufzusetzen!

    Achte auch auf deine kleinen Zuschauer und schütze diese gleichermaßen!

    Schritt 1: Das Abschleifen

    Falls du kein Brett hast, das bereits lackiert oder anderweitig vom Schleifen befreit ist, kannst du diesen Punkt überspringen. Andernfalls solltest du sämtliche Flächen, Ecken und Kanten ordentlich abschleifen.
    Befestige dazu dein Brett mit Schraubzwingen oder Klammern am Arbeitstisch und schleife alles nacheinander gründlich ab. Nutze dafür ein feines Schleifpapier.

    Gehe auch über die Oberfläche, die erst einmal keine sichtbaren Unebenheiten aufweist. Hier stehen häufig kleine Splitter ab. Mit den Fingern (ohne Handschuhe) kannst du vorsichtig fühlen, ob die Oberfläche an allen Stellen gut geschliffen ist.

    Die Ecken habe ich besonders stark behandelt, um eine Rundung zu erzeugen. Vielleicht reduziert es auch die Verletzungsgefahr, falls das Brett mal einem Kopf zu nahe kommt.

    Schritt 2: Die Löcher

    Mit einer Lochsäge bohren wir nun die Löcher in das Brett. Nutze dafür eine Lochsäge, die mind. für Holz vorgesehen ist. Bei hartem Holz, wie Buche, macht das einen klaren Unterschied. Auch universelle Lochsägen, wie meine, können hier an ihre Grenzen kommen. Mit etwas Krafteinsatz und leichten Auf- und Abwärtsbewegungen lässt sich das umgehen.

    Ein Durchmesser der Lochsäge von 29 mm passt perfekt für die gängigen Hobbyhorse Stiele. Du solltest es aber vorab einmal bei dir prüfen. Ich habe absichtlich etwas Luft eingeplant, da es inzwischen auch Hobbyhorses mit einem Schweif gibt und die Kids nicht unbedingt, die geduldigsten beim Einfädeln sind. Falls du es passgenauer haben willst, kannst du auch einen anderen Durchmesser nehmen.

    Die Löcher habe ich auf der Höhe von 10 cm, 30 cm, 50 cm und 70 cm eingezeichnet. Jedes der vier Pferde hat damit zu beiden Seiten 10 cm Platz. Fixiere dein Brett mit den Klemmen/Zwingen und bohre die vier Löcher nacheinander.

    Wichtig: Um ein Ausfransen, der Unterseite zu reduzieren, solltest du ein Reststück Holz direkt unter dein Bohrloch legen. Gerade, wenn du ein lackiertes Brett nutzt, kann die Farbe stark abblättern. Bei meinem ersten Stall ist das passiert. Achte auch auf die Länge des Bohrers vorn an deiner Lochsäge. Dieser schaut deutlich weiter heraus und kann in deine Arbeitsplatte bohren.

    Nach dem Bohren solltest du die Innenseite und die Kanten des Lochs erneut abschleifen. Das kannst du wunderbar mit der Hand und einem Stück Schleifpapier erledigen.

    Schritt 3 (optional): Die Farbwahl

    Falls du ein naturbelassenes Brett nutzt, kannst du an dieser Stelle in der Wunschfarbe streichen oder mit Blumen, Herzen, einem Pferde-Spruch (Auf dem Rücken der Pferde …) usw. verzieren. Bevor du weiterarbeitest, muss die Farbe dann aber erst trocknen.

    Wenn die Pferde im Stall stehen, ist von dem Motiv aber nicht mehr viel zu sehen. Daher habe ich mich dagegen entschieden.

    Schritt 4: Die Sattelkammer

    Für das Zaumzeug, Halfter, Putzzeug, Namensschilder usw. werden an der unteren vorderen Seite Häkchen befestigt. Viel hilf viel! Daher habe ich das ganze Set von 15 Stück festgeschraubt. Auf 80 cm länge habe ich jede 5 cm ein Bohrloch eingezeichnet. Diese liegen 2,5 cm vom Rand entfernt.

    Bohre mit einem kleinen Bohrer das Loch vor. Anschließend drehe die Häkchen mit der Hand in die Löcher. Ob du die Öffnung nach hinten oder vorn zeigen lässt, ist dir überlassen. Ich habe mich beim zweiten Stall für die Öffnung nach hinten entschieden.

    Schritt 5: Die Aufhängung

    Auf Höhe der großen Löcher habe ich auch die Winkelhaken gesetzt. Also eine Markierung bei 10 cm, 30 cm, 50 cm und 70 cm einzeichnen. Das Vorbohren ist hier notwendig, besonders je geringer die Stärke deines Brettes ausfällt.

    Beachte, dass sämtliches Gewicht an diesen vier Haken hängt. Auch sollte deine Schraube nicht zu kurz/lang ausfallen.
    Abschließend kannst du noch Filzgleiter zum Schutz oder für das Schmälern der Auflagefläche an den Winkelhaken einkleben. Näheres dazu habe ich hier in der Vorbereitung bereits geschrieben.

    Schritt 6 (optional): Pferde in den Stall und Sattelkammer füllen

    Auf geht’s! Stall ans Bett hängen und die Stallwirtin ans Werk lassen. Bringt die Pferde in den Stall und hängt die Kleinteile an die Haken. Heute wird glücklich mit den Pferden geträumt.

    Die zwei Ställe im Vergleich:

    An einigen Punkten habe ich bereits auf die Unterschiede zwischen den beiden Ställen, die ich für meine Kids gebaut habe, hingewiesen. Allerdings will ich dir hier noch ein paar weitere Punkte mitgeben, auf die ich bisher nur teilweise oder gar nicht eingegangen bin.

    Zum einen ist der Rahmen um das Brett beim weißen Stall wunderbar, um Kleinteile ablegen zu können. Da das Brett allerdings 20 cm breit ist, liegen die Pferde meistens auf dem Rahmen. Stehen die Pferde hier länger im Stall, können diese eine Druck-Falte bekommen. Um das Problem zu verringern, stellen wir die Pferde etwas schräg in den Stall. Das war einer der Gründe, warum ich mich bei unserem zweiten Stall gegen den Rahmen entschieden habe.

    Ein weiterer Grund war das bereits erwähnte Holz. Dieses ist im Vergleich deutlich stärker und benötigt keine weitere Stabilität.

    Bei Bedarf kann der Rahmen einfach nachgerüstet werden.

    Vielleicht ist es dir bei den Bildern aufgefallen, aber bisher habe ich den Unterschied nicht erwähnt. Auf den Bildern kann man es aber sehen. Ich habe mich dazu entschlossen, die Öffnung der Häkchen für die Sattelkammer nach hinten zu drehen. Beim ersten Stall sind diese noch nach vorn ausgerichtet.

    In der zweiten Version konnte ich die Häkchen weiter nach vorn setzen, da die Schrauben für den Rahmen entfallen. Dadurch wollte ich nun etwas mehr Sicherheit für Kopf und Haare einplanen. Bisher ist hier zwar nichts passiert und es war nur eine reine Vorsichtsmaßnahme, aber man macht sich so seine Gedanken. Das Einhängen der Pferde-Utensilien stellt für die Kids keine Probleme dar.

    Falls doch mal Beschwerden aufkommen, können die Häkchen einfach eine halbe Umdrehung zurückgedreht werden.

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    Viel Spaß beim Basteln, Bauen und kreativ sein.

    Express-Anleitung

    Willkommen im Express-Bereich – hier bist du richtig, wenn …

    … du bereits Kreativ-Experte bist!

    … dir der ganze Schnickschnack nicht gefällt!

    … du die Karte gestern schon gebraucht hättest und dich jetzt wirklich beeilen musst!

    Infobox:

    • Hier findest du die Fakten aus der detaillierten Anleitung in einer kompakten Version
    • Hier gibt‘s nur weniger!
    • Brauchst du mehr Bastel-Hinweise, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, dann spring wieder nach oben auf das Bastelrezept!

    Los geht’s!

    Tools & Zutaten:

    • Stabiles Brett ca. 100 x 20 cm
    • Winkelhaken 4 Stück
    • Häkchen ca. 15 Stück (2,6 x 30 mm)
    • Schrauben mind. 4 Stück (3,5 x 30 mm)
    • Optional: selbstklebende Filzgleiter
    • Optional: Farbe und Pinsel zum Streichen oder Verzieren

    Beachte die Angaben zur Vorbereitung und die Sicherheitshinweise!

    Rezept:

    Schritt 1: Schleife das Brett ab

    Schritt 2: Bohre die Löcher für die Pferde in das Brett (bei ca. 10 cm, 30 cm, 50 cm und 70 cm)

    Schritt 3 (optional): Streiche oder bemale den Stall und lasse alles gut trocknen

    Schritt 4: Die Häkchen der Sattelkammer befestigen (Je 5 cm einen Haken; 2,5 cm vom vorderen Rand entfernt)

    Schritt 5: Die Aufhängung am Brett befestigen (bei ca. 10 cm, 30 cm, 50 cm und 70 cm) und ggf. mit Filzgleitern ausstatten

    Schritt 6: Pferde in den Stall bringen und die Sattelkammer füllen

    Fertig!

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